UNSERE GLAUBE

Orthodoxie – was ist das eigentlich?

Ungefähr 150 Millionen Christen von der ganzen Welt bezeichnen sich heutzutage als „orthodox“ (d.h. übersetzt „rechtgläubig“). Die meisten davon leben in Russland und die Ukraine, ca. 100 Mio. Mit über 16 Mio. orthodoxen Christen belegt Rumänien den zweiten Platz dieser Liste, gefolgt von Griechenland mit 10 Mio. Obwohl nach Sprachen bzw. Nationen aufgeteilt und in Sache der Kalender gespaltet, versteht sich die Orthodoxe Kirche tatsächlich als eine.

Zwei Besonderheiten der rumänisch-orthodoxen Kirche. Wir verwenden:
• die moderne rumänische Sprache im Kultus;
• einen „gemischten“ Kalender: den „alten“, julianischen Kalender für den Osternzyklus , den modernen Kalender im Rest des Jahres. Wir feiern also Weihnachten am 25. Dez., Ostern aber gleichzeitig mit den anderen orthodoxen Kirchen, d. h. im Jahr 2018 am 8. April.

Wer ein bisschen über Katholizismus weiß, kann wahrscheinlich vieles darüber, was die Orthodoxie betrifft, verstehen, da uns die Römisch-Katholische Kirche am nächsten steht. Für uns ist nicht nur die Heilige Schrift wichtig, sondern auch die kirchliche Überlieferung, als Garantie für die Korrektheit in Deutung der Hl. Schrift als auch jener der Anbetung. Hierarchie, Sakramenten und Frömmigkeit spielen für uns eine große Rolle.

Wir glauben fest:
• an der Auferstehung Christi, an derer Kraft (Gnade) wir durch die sieben Sakramenten (Taufe, Firmung, Beichte, Kommunion, Ehe, Krankensalbung und Priestertum) teilhaben können.
• an der jungfräuliche Geburt Christi,
• an der Vermittlungsrolle der Heiligen,
• dass die Verehrung der Ikonen nicht Idolatrie ist, sondern ein Mittel der Näherung zu Gott und Seine Heiligen,
• an der Wirksamkeit der Gebete für die Verstorbenen.
• an der inneren Verbindung zwischen Beichte und Kommunion.

Der orthodoxe Taufritus sieht vor, dass der Täufling dreimal ins Wasser komplett eingetaucht wird.

Was uns von der römisch-katholischen Kirche trennt:
• die orthodoxen lehnen strikt die Idee, dass der Heilige Geist auch von dem Sohn (Lat. Filioque) und nicht nur von Gott dem Vater hervorgeht, ab.
• eine bewegliche Auffassung der Gnade, als unerschaffene Energie Gottes, welche alles durchdringt und unterstützt.
• wir erkennen den Papst als Oberhaupt der Kirche nicht. Für uns ist die heilige Synode (die Sammlung aller Bischöfe) die höchste Instanz in der Kirche. Auch wenn wir Patriarchen haben, ist derer Stimme derjenigen der anderen Bischöfe gleichwertig.
• unsere Priester dürfen heiraten.

Was oft an der orthodoxen Kirche schockiert:
• Dass man die Täuflinge ins Wasser komplett eintaucht.
• Dass der/die Täufling(e) alle drei Empfangssakramente (Taufe, Firmung und Kommunion) am selben Tag bekommt.
• Die Länge der Liturgie – ungefähr 2 Stunden.
• Dass auch die Gläubiger die Kommunion unter beiden Gestalten, d. h. Brot und Wein in der Liturgie bekommen.
• Die Verehrung der Reliquien